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Röstkaffee

Das Rösten von Kaffee ist ein traditionelles Handwerk und entscheidend für den Geschmack des Kaffees. Für jeden Kaffee wird ein eigenes Röstprofil entwickelt, um die natürlichen Aromen des Kaffee auf ideale Weise zu unterstreichen.

Während des Röstprozesses wird mit kontinuierlich ansteigenden Temperaturen gearbeitet. Hierbei finden komplexe chemische Reaktionen statt. Zuckerverbindungen und Aminosäuren setzen sich neu zusammen – so, dass in jeder Zelle knapp über 1.ooo Aromen entstehen. Kaffee hat über doppelt so viele wissenschaftlich bestätigte Aromen als Wein.

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Ich röste im Ladengeschäft in der Marienstr. 34/Kastanienhof im Östlichen Ringgebiet auf einem GIESEN W15A Röster aus den Niederlanden. Es ist ein gasbeheizter Trommelröster klassischer Bauart. Geröstet werden pro Charge 10 kg Rohkaffee. Jeder Kaffee hat seine individuelle Röstkurve. Durch behutsame Einflussnahme wird angestrebt ein identisches Endergebnis zu erzielen wie bei der entsprechenden Referenzröstung. Die Röstdauer beträgt zwischen 15:40 Minuten und 21:30 Minuten – je nach Kaffeesorte und dem gewünschten Ergebnis. Das Ziel ist meist eine helle Röstung (Light Roast) und für einzelne Kaffees auch eine mittlere Röstung (Medium Roast). Die Endtemperatur liegt im Light Roast Bereich zwischen 197 °C und 204 °C – im Medium Roast Bereich bis zu 220 °C.

Durch die gezielt hellere Röstung werden die feinen Noten von Fruchtsäure oder/und Fruchtsüße betont und später in der Tasse zu einem aromareichen Geschmacks-erlebnis, das viel Komplexität und einen langen Abgang beschert. 

Unser Kaffee ist zu 100 % ein Naturprodukt und enthält keine künstlichen Aromen!

Die Energie zum Rösten gewinnt der Kaffee über die Beheizung mit einem Gasbrenner, der über ein Flammenbett die sich drehende Rösttrommel beheizt sowie über die aufgeheizte Luft. Unmittelbar nach dem Rösten wird der bewegte Kaffee im Rührwerk heruntergekühlt. Dies geschieht mittels Kühlluft in einem Kühlsieb, um ein Nachgaren zu verhindern. Der Gewichtsverlust unserer Kaffees nach dem Rösten beträgt zwischen 10,5 und etwa 14,5 Prozent. Man spricht hierbei vom Einbrand oder auch vom Substanzverlust, der durch den Röstprozess stattfindet.

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Der Röstprozess als solches ist aufwendig und kompliziert und fordert die maximale Konzentration. Denn erst durch das Rösten erhält jeder Kaffee sein spezifisches Aroma. Ein weiterer Vorteil der Langzeitröstung bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen ist, dass die Magenwand reizende Chlorogensäure bestmöglich reduziert wird. Das macht unsere Kaffees ausgesprochen verträglich.

Wir raten dazu, unsere Filterkaffees ohne Zusatz von Zucker oder Milch zu trinken. 

Es ist eine neue Art des Kaffeegenusses, der unerwartet sein kann, aber in jedem Fall keine Bitterkeit enthält. Daher ist die Verwendung von Zucker oder Milch obsolet.

Weitergehend empfehlen wir, den Filterkaffee über mehrere Temperaturstufen bewusst zu genießen. Über das Verkostungsprinzip warm – lauwarm – kalt, lässt sich das vollständige Aromaprofil eines jeden Kaffees exzellent erschmecken. Das gilt auch für unseren Espresso.

PS: In Deutschland muss jeder Kaffeeröster Euro 2,19 pro Kilo Röstkaffee an Röstkaffeesteuer entrichten. Mit diesem Wissen erscheinen die Röstkaffeepreise bei manchen Angeboten in einem völlig neuen Licht.  

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